Ihre Lernmotivation ist mau, in der Schule schwächeln sie und verfallen oft in Macho-Posen: Was ist bloß mit den Jungs los? Im SPIEGEL-ONLINE-Interview erklärt Jugendforscher Klaus Hurrelmann, warum Schülerinnen die Schüler abhängen – und was Lehrer tun können.
In der Pubertät ist Schluss mit lustig. Vor lauter Schulstress verpassen viele Jugendliche das echte Leben – mit fatalen Folgen, sagt Psychologe Wolfgang Bergmann im SPIEGEL-ONLINE-Interview. Sein Rat: Statt Kinder zu hätscheln und zu gängeln, sollten Eltern für sie lieber mal eine Tür eintreten.
Fesche Räume und neue Computer – aber keine überprüfbaren Qualitätsstandards: Weil Schulen überfordert sind, boomt in Deutschland der Markt mit der Nachhilfe.
Die Schüler im verkürzten Gymnasium leiden unter der Stofffülle und dem Leistungsdruck – jetzt gehen sie auf die Straße
Sie fordern mehr Zeit zum Lernen, kleinere Klassen und mehr Lehrer: In Bayern haben Tausende Schüler gegen die Verkürzung der Gymnasialzeit von neun auf acht Jahre demonstriert. Viele Eltern und Lehrer schlossen sich an. Kultusminister Ludwig Spaenle traf ein Tomatenwurf an der Schulter.
Wenn Schule zur Hölle wird: Einzelne Schüler werden immer wieder verprügelt, im Internet tauchen Gerüchte über sie auf, daneben peinliche Fotos und böse Filmchen. Mobbing an Schulen ist ein weitverbreitetes Problem – öffentlich gemacht wird es nur selten. Der Psychologe Gerd Arentewicz spricht über die Mobbing-Methoden unter Schülern, die Hilflosigkeit der Lehrer und die Handlungsmöglichkeiten der Eltern.
Schäftlarn – Ein Mann der großen Worte ist Wolfgang Sagmeister nicht. Der neue Direktor des Klostergymnasiums Schäftlarn hält sich zurück und wählt seine Sätze mit Sorgfalt.
Sitzenbleiber kosten das Schulsystem jährlich eine Milliarde Euro. Zudem zeigen Studien, dass Wiederholer nicht einmal ihre Leistung steigern. Trotzdem halten Lehrer an der Sanktion fest.
Jeder dritte Schüler ist stark über- oder unterfordert. Besonders betroffen sind Kinder von Akademikern – die auch dann ein Gymnasium besuchen, wenn sie gar nicht leistungsstark genug sind.
26. Juli 2009 Frankfurt. Schön sieht die Benediktinerabtei Schäftlarn aus und imposant. Sie liegt an der Isar im Süden von München, gar nicht weit weg vom Treiben der bayerischen Landeshauptstadt. Fleißige Patres betreiben dort eine Schnapsbrennerei, machen Honig, bewirtschaften den Wald und organisieren den Klosterladen. Unter ihrem Dach geschieht aber noch mehr. Kümmert euch um die Erziehung und Bildung der Jugend, hatte den Mönchen im Jahr 1866 Bayerns König Ludwig I. aufgetragen. Die Benediktiner machen es bis heute. Vierhundertvierzig Schüler gehen auf ihr Gymnasium, eine staatlich anerkannte Privatschule, 42 Lehrer unterrichten sie. Unter ihnen sind drei Osteuropäer: Ein Rumäne aus Siebenbürgen gibt Physik. Eine Russin und eine Polin erteilen Mathematikunterricht.
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