Am 26. Juni 2026 wurden im festlichen Rahmen die Abiturzeugnisse an den ersten G9-Jahrgang des Gymnasiums Schäftlarn verliehen. Für den Elternbeirat gratulierten die 1. Vorsitzende Birgit Lorenzl und ihr Stellvertreter Ulrich Kurzawa den Absolventinnen und Absolventen herzlich zu diesem besonderen Meilenstein und wünschten ihnen für ihren weiteren Lebensweg viel Erfolg, Mut und Zuversicht.
Eine liebgewonnene Tradition durfte natürlich auch in diesem Jahr nicht fehlen: Jeder Abiturient erhielt vom Elternbeirat eine Rose zusammen mit dem sogenannten „Angstfoto“ – einer Aufnahme kurz vor der ersten schriftlichen Abiturprüfung – sowie einem Gruppenfoto vom ersten Schultag der 13. Klasse.
Für die Verteilung der Rosen sorgten in diesem Jahr unsere beiden Wurzlerinnen Johanna und Carolina.
Mit viel Charme und einem herzlichen Lächeln überreichten die beiden die Rosen an die Absolventinnen und Absolventen und trugen damit zu einem besonders festlichen und emotionalen Moment bei. Herzlichen Dank für euren engagierten Einsatz!




Rede der Vertreter des Elternbeirats anlässlich der Verleihung der Abiturzeugnisse – Kloster Schäftlarn am 26.06.2026
Liebe Abiturientinnen und Abiturienten,
hochwürdiger Herr Abt, sehr geehrter Herr Sagmeister, sehr geehrter Herr Dr. Bär,
liebe Eltern, Verwandte und Freunde, liebe Lehrer, Präfekten und Schüler,
nach einem Jahr Verschnaufpause standen wir vor ein paar Woche wieder vor der Herausforderung, geeignete Worte zu finden. Um Euch im Namen des gesamten Elternbeirats für Eure Leistung zu würdigen und allen in irgendeiner Form Beteiligten zu danken, bevor Ihr nach dem „letzten Abimahl“ in Eure hart erarbeitete und neu gewonnene Freiheit entlassen werdet. Und das ist jedes Mal in der Tat eine echte Herausforderung, wenn man nach den immer sehr authentischen, von Herzen kommenden und zu Herzen gehenden Worten des hochwürdigen Herrn Abtes und vor der sehr gut ausgearbeiteten, teils ironischen, aber immer sehr wahrhaftigen Rede von Herrn Sagmeister nicht ganz verblassen möchte.
Ob es uns gelungen ist? Man wird sehen und vielleicht an Eurem und Ihrem Applaus am Ende hören.
Zunächst freuen wir uns, dass Ihr es alle geschafft habt!
Der erste G9 – Jahrgang, der schon beim Start in seine Schulzeit mit nicht ganz ausgearbeiteten Lehrplänen, zum Teil schwierig umzusetzenden, vagen Vorgaben, fehlenden aktuellen Büchern und dergleichen zu kämpfen hatte. Ihr konntet nie so ganz auf die Erfahrungen Eurer Vorgänger zurückgreifen, nicht mal bei den so wichtigen Abiturprüfungen. Ihr wurdet ins kalte Wasser geschmissen und – SEID GESCHWOMMEN! Manchmal gab es sicher auch den ein oder anderen Strudel, die ein oder andere höhere Welle, die Euch nach Luft hat schnappen lassen.
Wenn nach einem langen Nachmittag an und in der Isar oder einem ungeplant feuchten Abend im Biergarten doch plötzlich eine Latein-Ex anstand. Wenn das Physikexperiment oder die Chemieformeln vom Vortag am nächsten Tag in der Abfrage doch nicht mehr abrufbar waren. Wenn man in der Matheklausur – ja, auch angekündigte Arbeiten lassen einem nie die real existierende Zeit zur Vorbereitung – vor lauter Unbekannten so gar nichts Bekanntes mehr finden konnte… und auch die vielleicht zu wenig bekannte Formelsammlung kein Licht mehr ins Dunkel bringen konnte.
Doch nicht nur Ihr seid gerudert…. Eure Eltern mit Sicherheit manchmal nicht weniger. Hast Du Dich auch für Englisch genügend vorbereitet? – Englisch? Wozu? Das kann ich doch. Da muss man nichts mehr lernen. Kannst Du die Vokabeln in Latein? – Ja, ja, die habe ich schon in Bio gelernt, da wurde heute eh nur geredet. Solche oder ähnliche Dialoge kann sicher jeder von den Eltern hier endlos ergänzen. Da half manchmal nur beten und hoffen und auf Gottes Hilfe vertrauen … schließlich befinden wir uns ja auf heiligem Boden. Und falls es doch nicht gut ausging, auffangen, Trost spenden, nach Lösungen suchen und weiter glauben und vertrauen. Immer wieder aufs Neue und über viele Jahre- dafür kann man allen hier anwesenden Eltern nicht genug danken.
Aber auch Euren Lehrern und Präfekten gebührt heute großer Dank, denn auch für sie waren es mal wieder neue Vorgaben, neue Gegebenheiten und Pläne, die sie nolens volens umsetzen mussten.
Trotzdem waren sie in dem großen dunklen Ozean immer an Eurer Seite, haben mit Euch gekämpft und Euch begleitet, waren manchmal Rettungsschwimmer, wenn sie Euch knapp vor dem Untergehen doch noch herausgezogen haben und der fünfte Abfrageversuch doch noch die Note brachte, die die 6 zur 5 machte und die Versetzung ermöglichte. Manchmal auch Perlentaucher bei der Korrektur Eurer Schulaufgaben und Klausuren, wenn sie im Meer von Unwissen nach Inseln von Wissen suchten. Aber immer und verlässlich an Eurer Seite und bereit Euch nach besten Kräften zu unterstützen – ein großer Dank hierfür und vollstes Verständnis, wenn einem manchmal die Kräfte ausgehen. Großes Kompliment auch an Eure neuen Oberstufenkoordinatoren Herrn Huber und Herrn Prof. Dr. Schmid, die Euch exzellent mit viel Ruhe und Geduld durch den für alle neuen Regel- und Vorgabendschungel geleitet haben.
Und das war nicht nur das neue G9 – nein, es gab ja auch Corona, das Eure Schulzeit lange geprägt und besonders gemacht hat. Und KI, Fluch und Segen zugleich, mit der Ihr lernen musstet, umzugehen und sie möglichst unauffällig und verborgen anzuwenden, die auch Eure Lehrer und Präfekten auf eine ganz neue Weise herausgefordert hat.
Doch Schule ist nicht nur Lernen und das Gelernte wiedergeben- nein, es sind die Erlebnisse dazwischen, die diese Zeit hier für Euch und uns alle unvergesslich machen. Gemeinsame Ausflüge, Klassenfahrten und Skilager, Singen im Chor, Spielen im Orchester, Pyramiden bei Akrobatik, Schauspiel, Bühnenbau oder Technik – die Liste lässt sich noch weit ergänzen. Jeder fand so seinen Platz – der ein oder andere auch mehrere. Auch wenn manchmal weniger Zeit zum Lernen blieb, die ein oder andere Note nicht so toll war – diese gemeinsamen Erlebnisse und Wege, diese Freundschafen und Beziehungen werden Schäftlarn für Euch unvergesslich machen und Schäftlarn auch Euch nie vergessen lassen.
Ihr habt von Anfang an gelernt, mit unbekannten Herausforderungen umzugehen und habt sie alle gemeistert, nicht immer perfekt oder gut, aber immer so, dass Euer Weg weiterging.
Eine bessere Vorbereitung auf das Leben nach dem Abitur kann es kaum geben.
Drei Gedanken möchten wir euch an dieser Stelle dennoch mit auf den Weg geben:
1. Denke groß und sei mutig. Denke noch größer. Sei leidenschaftlich und denke dich an die Grenze des unvorstellbaren. Das sollte dein Ziel sein. Bedenke dabei: Mut wird vom Leben belohnt, nicht Gier.
2. Versuche nicht, dich anzupassen, sondern suche dir das passende Umfeld. Was du hier an der Schule erlebt hast, an „gefordert werden“, an Konkurrenz, an Inspiration und Lernen am Vorbild hat dich weit gebracht. Folge diesem Ansatz, suche dir ein inspirierendes Umfeld und du wirst dein volles Potenzial entfalten.
3. Bleibe deinen Werten treu. Denn sie helfen dir, den Sinn deines Lebens zu begreifen und geben dir Halt und Orientierung, gerade in turbulenten Zeiten voller Unsicherheit. Das kann ein starker Glaube an Gott sein, sollte in jedem Fall aber Respekt vor deinem Nächsten sein und die Bereitschaft, zu einem höheren Ganzen beizutragen.
Alle hier Anwesenden sind heute sicher sehr stolz auf Euch – zu Recht. Und auch Ihr habt allen Grund stolz auf Euch zu sein!
Wir wünschen Euch von Herzen alles erdenklich Gute und Gottes Beistand für Euren weiteren Weg!
Euer Elternbeirat




